Schmecktologieabend #1

Der erste Schmecktologieabend ist vorbei und es hat Spaß gemacht. Leider konnten nicht alle kommen, aber es bildete sich dennoch eine illustre feine Runde. Der Koch, welcher ich bin, hat eine kleine theoretische Einführung zur Degustation gegeben. Zum Verkosten standen vier ganz unterschiedliche Weine bereit, um das weite Feld der Geschmacksrichtungen ein wenig abzustecken. Und zwar war in den Flaschen ein Rheingauer Riesling (Oestricher Lenchen), ein badischer Spätburgunder (Zeller Abtsberg), ein südafrikanischer Cabernet Sauvignon und ein Barolo.

Der Riesling, dem man für einen Riesling erstaunlich wenig Säure, aber viel mehr Frucht abschmeckte, knackte sogar den Weißweinmeider Mark. Durch die wenige Säure erschien er sehr weich, dem standen jedoch so knackige Fruchtaromen wie Granny Smith und auch leicht Zitrusfrüchte gegenüber. Pfirsich sowieso auch, wie es sich für einen Riesling gehört.

Dann kam der Spätburgunder. Meine Güte, war der braun. Obwohl erst ein 2007er. Da wollte ich den Jungs mal zeigen, wie hell und glasig ein Roter sein kann, und dann sowas. Aber egal, war bestimmt nicht der letzte Spätburgunder. In der Nase war aber wieder klar, um welchen Wein es sich handelte. Leicht Himbeeren, aber auch toughere Aromen wie Leder und Laub steckten drin. Vor allem Radek genoss den Tropfen und schenkte sich gerne nach :-)

Es folgte der Cab aus Paarl, Südafrika. Mit dem Jahrgang 2009 ein noch sehr junger Wein, auch wenn 2009 aus Südafrkia heißt, dass er wegen der Verschiebung der Jahreszeiten zu Jahresbeginn gelesen wurde. Gerade Cabernet wirkt dann noch sehr jugendlich, was aber auch einen Reiz hat. Wer es gesetzter mag, möge so eine Flasche einfach noch fünf Jahre liegen lassen. Wir waren uns einig, dass er sehr gemüsig war, allen Gemüsesorten voran grüner Paprika. Aber auch...., ach vergessen, mit was er noch betitelt wurde, Dill war aber auch dabei.

Und als Krönung dann der Barolo. Ein fürchterliches Etikett. Andi sah darin eher eine Geschenkverpackung der 90er als genussstimulierendes Design. Zu Recht. Wichtig ist jedoch das, was drin steckt, und das überzeugte alle sofort. Selbst mich, der ich diesen Barolo in mittelmäßiger Erinnerung hatte. Sanfte Tannine und ein würziger Geschmack mit reichlich Komplexität, helle Beeren ebenso darin wie erdige Töne und ein voller Körper. Eine Freude, den die Speise- und Getränkeröhre runterziehen zu wissen.

Als Abschluss beamten wir uns noch "Adams Äpfel" rein. Hat nichts mit Wein zu tun, aber ist auch nicht verkehrt. Es gibt aber wesentlich bessere dänische Filme. Den Cineasten unter meinen werten Lesern muss ich nicht sagen, dass bei jenen unter Regisseur Refn steht.

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Kommentare: 1
  • #1

    Daniel (Mittwoch, 27 Januar 2010 09:11)

    Oh .. da würde ich auch sehr gern mal dabei sein .. wenn das möglich ist :) ..