das Glas

Ich habe heute abend den direkten Vergleich gemacht: same Wein, different Glas. Drei Gläser wurden gecastet: ein Degustationsglas (klein und fein), ein normales Rotweinglas (normal) und ein Burgunderglas (bauchiger Voluminösizismus). Im Ausschank zufallte sich ein Salento Primitivo, ein Rioja Reserva und ein Sangiovese aus der Romagna. Das Ergebnis hat mich erstaunt. Die Unterschiede sind frappant. Das Degustationsglas mit seiner kleinen Öffnung leitet den Wein direkt in die hintere Zungengegend. Man erkennt schneller Bitterstoffe und Säure, Weichheit und Filigranz gehen eher verloren, auch das Bouquet zeigt Mängel. Das Rotweinglas dagegen verteilt den Wein gleichmäßiger im Mund und nimmt zum einen mehr Bouquet auf, gibt dieses aber auch bereitwillig preis. Das Burgunderglas gibt dem Wein durch die große Oberflächenfläche viel Sauerstoff, aber gleichzeitig ist das Volumen so immens, dass die Aromastoffe kaum konzentriert werden. Der Wein gelangt schon auf der Zungenspitze in die ganze Breite des Mundraumes und wirkt dadurch süßer. Bis sich die Balance von Süße und Säure findet, vergeht eine Weile.

Das Rotweinglas (Schott Zwiesel, Taste-Serie) hat bei allen drei Weinen geglänzt. Vielleicht sollte noch ein Burgunder getestet werden, damit das Burgunderglas seinem Namen entsprechend zu Ehren kommt. Und vielleicht werde ich dann durch das Burgunderglas endlich mal freund mit Pinot Noir, der sich mir immer noch nicht positiv erschlossen hat.

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Kommentare: 1
  • #1

    Jonah (Donnerstag, 19 Juli 2012 18:31)

    THX for info