Weingartener Ochserohr vom Hohenberg

Naja, Ochserohr ist nur ein mundartliches Synonym im Kraichgau. Eigentlich heißt er phonetisch ähnlich, nämlich Auxerrois. Nach dem letzten Schmecktologieabend, an dem zwar Durlacher Wein am Start war, aber keiner von den dann nächsten Bergen von Weingarten, hole ich jetzt so einen alleine nach. Auxerrois, der Pinotfamilie abstammend, wird nur wenig in Deutschland angebaut, aber am meisten in Baden und in Baden am meisten im Kraichgau, also bei mir um die Ecke. Die Flasche beeindruckt mich schonmal mit ihrer Länge. Ich bin ja der Meinung, dass Weißweinflaschen nicht schlank und lang genug sein können. Diese misst 37 cm in der Höhe und 7,5 cm im Durchmesser.

Die Farbe ist zwischen nikotinweiß und strohgelb und weist damit schon einmal ein Charakteristikum von Auxerrois auf. Die Rebsorte ist i.d.R. immer etwas farbschwach. In die Nase gelangt erstmal ein Hefeton, dann auch Kiwi und bißchen Heu. Auf der Zunge erschreckt er zunächst durch Flachheit und Bitterkeit, versucht dann aber (leider erst) im Abgang noch einmal die Kiwis zu präsentieren. Nee, das ist nix. 4,99 €, die sich nicht gelohnt haben. Lieber zu dem vom Durlacher Turmberg greifen. Oder einem Elsässer.

(click to enlarge)
(click to enlarge)

Aber jetzt, eine Stunde später, muss ich sagen, er lässt sich gut zu einer deftigen Salami trinken.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0